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Frage des Blickwinkels: Augsburg setzt Schostakowitsch ab

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Nachschlag 2022/04

Krieg und Elend auf der Bühne darzustellen sei immer ein schwieriges Unterfangen, schreibt das Theater Biel/Solothurn. Wenn die Realität das Geschehen auf der Bühne einhole, werde es jedoch unmöglich. Mit dieser Begründung hat sich das Schweizer Theater hinsichtlich des Ukraine-Krieges entschieden, Tschaikowskys Oper „Mazeppa“ aus dem Spielplan zu streichen. In dem Werk geht es um eine tragische Liebesbeziehung und gleichzeitig um den Konflikt um die ukrainische Unabhängigkeit vom damaligen Zarenrussland. Aktueller geht es nicht. Dem Spiegel sagte eine Sprecherin, dass man den ukrainischen Orchestermitgliedern nicht habe zumuten wollen, die von Tschaikowsky vertonte Schlachtszene zu musizieren.

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Zurück in die Präsenz

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Anmerkungen zur Bremer jazzahead! vom 28. April bis 1. Mai

Man könnte es auch lassen. Zwei Jahre pandemische Beschränkungen haben schließlich gezeigt, wie dringend die Welt auf den Jazz gewartet hat. Sie haben aber auch klar gemacht, dass Kultur nach der Befriedigung existentieller Grundbedürfnisse die eigentliche Basis menschlichen Zusammenlebens darstellt.

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Mozart ohne Wissensballast

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Als Artiste étoile schafft Isabel Mundry für das Mozartfest 2022 neue Hörperspektiven

„Alles in einem: Freigeist Mozart“. Unter diesem Motto feiert Würzburg vom 20. Mai bis zum 19. Juni 2022 zum einhundertundersten Mal sein Mozartfest. Das Festival steht unter dem Stern des Aufbruchs in ein neues Jahrhundert. Wobei der „Stern“ ganz wörtlich genommen werden kann, denn Artiste étoile ist in diesem Jahr erstmals eine Komponistin. Was könnte mehr Aufbruch signalisieren? Isabel Mundry, Komponistin, Hochschulprofessorin und prägende Figur in der Welt der Neuen Musik, kuratierte acht Programme für das Mozartfest. Vier ihrer Stücke sollen ihre Uraufführung in Würzburg erleben, darunter das Auftragswerk „Si­­­g­­na­turen“ für zwei Klaviere, Schlagzeug und Streicher.

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Virtuoser Grenzgänger und Flunkerer – Rabih Abou-Khalil reißt mit Mateusz Smoczynski und Jarrod Cagwin das Publikum im von den Stühlen. 

JazzZeitung - aktuell -

Regensburg. „Auch auf diese Eventualität sind wir vorbereitet“, lächelt Rabih Abou-Khalil  verschmitzt ins Publikum. Nach der ersten Zugabe hat es dieses nicht mehr auf den zugewiesenen Stühlen gehalten. Alle sind auf den Beinen und rufen mit rhythmischem Klatschen und begeisterten Trillern und Kicksern nach mehr Musik. Den Abschied nach einem zweistündigen Konzert voller Tempo, Innigkeit, getragenen Klängen und mitreißender Power gestaltet der Komponist und Oudspieler mit seinen Partnern Mateusz Smoczynski (violin) und Jarrod Cagwin (drums) mit einem ruhigen Stück. Er habe es über ein Thema geschrieben, erläutert Abou-Khalil, welches viele berühre. Von vielen verachtet, wolle der dieses Thema – Die (Kunst der) Lüge – mit seiner Musik verteidigen. Unter den innigen Bogenstrichen des virtuosen polnischen Geigers und den verhaltenen Schlägen Cagwins auf der großen Rahmentrommel zeichnet sich eher eine ruhige Wertschätzung, als eine vehemente Rechtfertigung ab.  Es ist ein ernstes und zugleich sinnlich-schönes Stück, welches noch einmal die Tiefe und Vielseitigkeit des musikalischen Kosmopoliten unterstreicht. Der gebürtige Libanese, der lange in der Nähe Münchens gelebt hat, ist künstlerisch ein Grenzgänger. Früh hat er einen Weg gefunden traditionelle arabische Musik mit westlichen Formen von Klassik über …

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Die Odessa-Suite ist seine große Erzählung

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Vadim Neselovskyi musizierte auf seiner Benefiz-Tour für die Menschen in der Ukraine

Extrem sei zurzeit der Widerspruch zwischen den im Ukraine-Krieg erlebbaren „dunkelsten Seiten der Menschheit“ und andererseits den vielfältigen Demonstrationen, „wie gut Menschen zueinander sein können“. Der Pianist Vadim Neselovskyi stellte seinem Solo-Recital im Krefelder Theater eine bewegende Ansprache voran. Noch mehr wirkte seine „Odessa-Suite“ wie eine tief persönliche musikalische Erzählung. Über sich selbst und seine Geburtsstadt an der südwestukrainischen Schwarzmeerküste. Über den Reichtum von Kultur an sich und über die Empfindungen der Menschen, die er dort kennt. Die dort gerade in Überlebensangst ausharren und zu denen er in regelmäßigem Kontakt steht…

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Lautstarke Antworten statt drängender Fragen

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Anton Lubchenkos Samjatin-Adaption „Wir“ wurde am Theater Regensburg uraufgeführt

Ein russischer Komponist, der auch die ukrainische Staatsbürgerschaft hat, vertont Jewgeni Samjatins in der Sowjet­union verbotene Dystopie „Wir“ von 1920: Die pandemiebedingte Verschiebung von Ende Januar auf Mitte März hat der Uraufführungsproduktion des Theaters Regensburg eine schmerzliche Brisanz verliehen.

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Warum wir immer noch über die Oper reden

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Die Münchner Musiktheater-Biennale holt Produktionen nach und plant für Mai

„Wenn es für Produktionsengpässe und musikalische Lieferkettenunterbrechungen der Pandemie eine emblematische neue Oper gibt, ist dies ‚opera! opera! opera! Revenants and Revolutions‘ von Thomas Köck und Ole Hübner.“ So hat unser Autor Roland Dippel sehr treffend seinen nmz-Online-Bericht zur Premiere der „operativen Installation“ eingeleitet, die unter dem Titel „Opera und ihr Double“ in der Münchner Utopia-Halle zu sehen war. Die Produktion gehörte noch zum 2020er-Jahrgang der Münchner Biennale für neues Musiktheater und konnte dann auch heuer nicht in der ursprünglichen Form als große Chor­oper über die Bühne gehen.

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In ein musikalisches Gespräch mit der Welt kommen

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Iryna Starodub und Yurii Pogoretskyi: zwei Musiker aus der Ukraine im Interview

Ende 2021 veröffentlichte Naxos die CD „Ukrainian Piano Quintets“. Hauptwerk des Albums ist das „Ukrainische Quintett“, das Borys Ljatoschynskyj während des 2. Weltkriegs komponierte und mit seiner musikalischen Aussage heute von einer buchstäblich brennenden Aktualität ist. Die nmz sprach mit zweien der Musiker, dem Ehepaar Iryna Starodub (Klavier) und Yurii Pogoretskyi (Cello), über das Album sowie über die aktuelle Lage in der Ukraine und die Musik des Landes.

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Anna Netrebko: Bin nicht «mit irgendeinem Führer Russlands» verbunden

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Berlin - Nach öffentlicher Kritik und mehreren Auftritts-Absagen hat sich die Star-Sopranistin Anna Netrebko deutlicher als zuvor von Russlands Präsident Wladimir Putin distanziert. «Meine Position ist klar. Ich bin weder Mitglied einer politischen Partei noch bin ich mit irgendeinem Führer Russlands verbunden», teilte die 50-Jährige über ihren deutschen Anwalt am Mittwoch mit.

«Ich erkenne und bedauere, dass meine Handlungen oder Aussagen in der Vergangenheit zum Teil falsch interpretiert werden konnten. Tatsächlich habe ich Präsident Putin in meinem ganzen Leben nur eine Handvoll Mal getroffen, vor allem im Rahmen von Verleihungen von Auszeichnungen für meine Kunst oder bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele.» Sie habe ansonsten nie finanzielle Unterstützung von der russischen Regierung erhalten.

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Neue Leiterin will Donaueschinger Musiktage neu aufstellen

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Donaueschingen - Die Donaueschinger Musiktage sollen digitaler, jünger und internationaler werden. Das kündigte die neue künstlerische Leiterin Lydia Rilling am Mittwoch an. Das renommierte Festival für Neue Musik soll das werden, «was die documenta für die bildende Kunst ist».

Die documenta in Kassel ist die weltweit bedeutendste Schau der zeitgenössischen Kunst. Die Musiktage sollen zwar Präsenzfestival vor Ort bleiben. «Es ist auch ein soziales Ereignis, aber das Festival ist mehr als das», betonte Rilling. Sie will den virtuellen Raum erobern, neue Potenziale erschließen und den Kreis der Klangkünstler vergrößern.

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Kündigung des Stuttgarter Musikdirektors Mikhail Agrest unwirksam

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Frankfurt/Stuttgart - Mikhail Agrest bleibt nach einer Gerichtsentscheidung vorerst Musikdirektor des Stuttgarter Balletts. Das Bezirks-Bühnenschiedsgericht in Frankfurt erklärte am Mittwoch auf Anfrage zu einer Entscheidung vom Montag, dass das Arbeitsverhältnis des Musikdirektors nicht durch die ausgesprochene außerordentliche Kündigung aufgelöst worden sei.

Es fehle an einem wichtigen Grund. Gegen den Schiedsspruch sei die Berufung an das Bühnenoberschiedsgericht zulässig. Agrest hatte gegen die Kündigung geklagt. Zuvor hatten andere Medien darüber berichtet.

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Breiter Dialog über Kultur zu deren Zukunft in Sachsen

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Dresden - Mit einem Kulturdialog «Zukunft hoch K - Kultur.Dialog.Sachsen» will der Freistaat die Gestaltung der Kultur als Thema in die Mitte der Gesellschaft rücken.

«Wir müssen im Gespräch bleiben über ihre aktuelle Situation, aber auch über das Morgen diskutieren, was brauchen wir, damit die Kultur ihre Kraft erhalten und weiter entfalten kann, und wir denken über das Übermorgen nach, wie Kulturpolitik in dem Jahrzehnt aussehen soll», sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) bei der Vorstellung des Projekts am Mittwoch in Dresden vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen durch Corona und den Krieg in der Ukraine.

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Gitarrist Leonard Becker mit Castelnuovo-Tedescos Kammermusik bei Naxos

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Gitarristen haben eines gemeinsam: Sie leiden darunter, dass die Literatur für ihr Instrument nicht besonders groß ist. Das betrifft vor allem die Kammermusik. Nicht viele wirklich brauchbare Komponisten widmeten sich gebührend diesem Instrument, das doch zu so melancholischen bis feurig-wilden Klängen imstande ist. Mario Castelnuovo-Tedesco (1895–1968) ist einer von ihnen.

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11 Fragen an Mikael Rudolfsson

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Mikael Rudolfsson, schwedischer Posaunist und Universitätsprofessor. Solist und Ensemblemusiker. Mitglied im Klangforum Wien und Mitbegründer des Blechbläserquintetts Ensemble Schwerpunkt. Enge Zusammenarbeit mit den Komponist*innen Bernhard Gander, Konstantia Gourzi, Beat Furrer und Ole Hübner, von denen eine CD mit Solo- und Duowerken demnächst erscheinen wird. Redet, schreibt und denkt gerne über Musik nach. Empfindet keine Diskrepanz zwischen neuer, alter und mittelalter Musik.

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Kuratorin Degot hält Umgang mit Gergijew für gerechtfertigt

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München (dpa) - Die Entlassung des Dirigenten Waleri Gergijew als Chef der Münchner Philharmoniker wegen fehlender Distanzierung von Russlands Präsident Wladimir Putin war nach Ansicht der Kunstexpertin Ekaterina Degot begründet.

«Man darf nicht alle Besitzer eines russisches Passes in einen Topf werfen, aber Herr Gergijew ist nicht einfach jemand, der politisch passiv ist», sagte die aus Russland stammende Intendantin des österreichischen Festivals Steirischer Herbst der «Süddeutschen Zeitung» vom Mittwoch. Gergijew habe Putin an jeder Station seines verhängnisvollen politischen Wegs aktiv unterstützt.

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Großes Theater in grauem Licht – Halévys „Die Jüdin“ in Kiel

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Kiels Theater ist groß darin, mit der Grand opéra Furore zu machen, mit jener historischen Opernform, die vor allem auf üppige Bühnenwirkung bedacht ist. Allerdings steht gerade sie in einer Zeit schmaler Etats unter Rechtfertigungsdruck. Dennoch kann sie auch unserer Zeit etwas sagen, wie das Theater in den letzten Spielzeiten mit Berlioz‘ „Trojanern“ bewies, mit Aubers „Stummer von Portici“, Rossinis „Tell“ und Meyerbeers „Hugenotten“. Das ist fürwahr eine gewichtige Erfolgsbilanz in diesem Genre. Sie wurde jetzt durch die „Die Jüdin“ erweitert, das Bühnenwerk von Jacques Fromental Halévy, das von seiner Uraufführung 1835 an durchgehend erfolgreich war, bis es 1933 jäh verschwand.

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München: Bauminister Bernreiter hält Konzerthaus-Aus für möglich

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München - Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU) hält ein Aus für die Pläne zum Bau eines neuen Konzerthauses in München für durchaus realistisch. «Das kann möglich sein, ich möchte in der Phase, in der wir uns befinden, nichts ausschließen», sagte Bernreiter dem Radiosender Bayern 2 am Mittwoch.

Er bezog sich auf Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der angesichts der aktuellen finanziellen Herausforderungen eine «Denkpause» bei der Realisierung des Prestigeprojektes gefordert hatte, das bis zu einer Milliarde Euro kosten könnte.

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Singen statt Kaffee: Italienischer Operngesang als immaterielles Unesco-Erbe

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Rom - Italien will seine Opernkunst von der Unesco als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkennen lassen. Die nationale Kommission der UN-Organisation votierte am Dienstag dafür, den italienischen Operngesang als Kandidat einzureichen.

Kulturminister Dario Franceschini sprach von «einer der authentischsten und ursprünglichsten kulturellen Ausdrucksformen».

Italien ist in der mehr als 500 Beispiele langen Unesco-Liste bislang 15 Mal vertreten, unter anderem durch den Violinenbau von Cremona, die Pizzabäckerei und die Trüffelsuche. Aus Deutschland sind aktuell vier dabei, darunter die Genossenschaftsidee und der Orgelbau.

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Konja Voll ist neuer Landeskirchenmusikdirektor für evangelische Kirche in MV

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Greifswald - Die evangelische Kirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern hat einen neuen Landeskirchenmusikdirektor. Konja Voll werde am Sonntag im Greifswalder Dom in sein Amt eingeführt, teilte die Nordkirche am Dienstag mit. An dem Festgottesdienst werde auch Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt teilnehmen.

Voll, der in Marburg und Heidelberg Kirchenmusik und Theologie studierte, trat sein neues Amt laut Nordkirche bereits Anfang Februar an. Der 54-Jährige folgt auf Frank Dittmer, der den Posten bis März 2021 innehatte. Voll war zuletzt für die evangelische Kirche in Hessen tätig und auch als Konzertorganist im In- und Ausland aktiv.

Die Nordkirche hat zwei Landeskirchenmusikdirektoren. Sie haben etwa die Aufgabe, das kirchenmusikalische Leben zu pflegen und zu fördern. Zuständig für Hamburg und Schleswig-Holstein ist Hans-Jürgen Wulf.

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