Schee war’s. Alles in allem ein gelungenes Festival, entspannte Stimmung, kommunikative Atmosphäre, musikalisch fantastisch mit wunderbaren Begegnungen abseits der Bühne. Das Wetter spielte mit, die Locations haben sich als absolut festivaltauglich erwiesen und so passte eins zum anderen … aber nun der Reihe nach. Das Niq-Team und das 1. Muniq Jazz Festival Wer steckt hinter allem? Das NIQ e.V. Team! Vor gut vier Jahren von AkteurInnen der Münchner Jazzszene gegründet, entstand schließlich die Idee, ein Festival zu veranstalten das aktuelle Strömungen des Jazz und improvisierte Musik kombiniert. Dreh- und Angelpunkt sind Münchner Jazzmusiker, die einen aktiven Austausch zur überregionalen Szene herstellen und so Kooperationen ermöglichen. Seit Monaten intensiver Vorbereitungen des Niq Teams, Sponsoren- & Locationsuche nahm das 1. Muniq Jazz Festival Form und Gestalt an. Am 19. und 20. Juni war es endlich soweit. Das Programm stand, Locations waren gebucht, Licht- und Tonteam waren gefordert und gaben ihr Bestes. Im Nachgang betrachtet war das Muniq Jazz Festival eine bemerkenswert innovative Veranstaltung, die über den Jazz-Tellerrand blickt und mit abwechslungsreichen Programm für Begeisterung sorgte. Zwei heiße Tage Heiß war es, nicht nur wegen sommerlicher Temperaturen, sondern …
(Von Claus Lochbihler) Mit augenzwinkernden Ansagen, einem neuen Album und einer neuen Bassistin präsentieren „Web Web“ in der ausverkauften Unterfahrt ihre ganz eigene Mischung aus Spiritual Jazz, „Passport“-Covern und Ethno-Anklängen. Roberto Di Gioia und seine Mitstreiter entwickeln dabei einen Sog, der Musiker und Publikum gleichermaßen erfasst – bis am Ende sogar ein Jazzprofessor aus Georgia für die Zugabe auf die Bühne kommt. „Web Web: Kover Kover, Ihr versteht?“, fragt Roberto Di Gioia augenzwinkernd, als er dem Unterfahrt-Publikum die Band und das neue Album vorstellt. Und dabei verdoppelt er ihre Vornamen dadaistisch: Tony-Tony Lakatos am Tenorsaxophon und der Querflöte, Peter-Peter Gall am Schlagzeug; und – als Neuzugang für Christian von Kaphengst – Franzi-Franzi Aller am E- und am Kontrabass. Blindes Vertrauen Zu jedem Bandmitglied erzählt Roberto-Roberto kurz, was ihn mit den Bandmitgliedern verbindet: Bei Lakatos, der in seine Soli Repeat-Licks so virtuos einbaut, als ob er den Bandnamen auch musikalisch begründen möchte, sind es 40 Jahre gemeinsames Musizieren. Bei Gall habe er, Roberto Di Gioia, beim ersten gemeinsamen Konzert schon nach vier Takten gewusst: „Mit dem willst du in einer Band spielen.“ Und bei Franzi Aller – …
Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 22.06.26 bis zum 28.06.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.
(Von Oliver Hochkeppel) Wer einmal in einem Konzert von Abdullah Ibrahim war, weiß um die besondere Stimmung, die dort immer herrschte. Eine ganz eigene Art der Ergriffenheit, ein spirituelles Beben durchzog die Säle. Was da passierte, hat Ibrahim einmal selbst sehr schön beschrieben, aus der Musikersicht: „Das Universum fließt dann durch einen. Tiere spüren lange vorher, dass ein Erdbeben kommt. Wir haben diese Gabe längst verloren, aber die Musik gibt sie uns hin und wieder zurück.“ Ibrahim gehörte nie zu den großen Virtuosen unter den Jazzpianisten. Er schuf seine Magie mit anderen, ganz einfachen Mitteln. Ein typisches Beispiel dafür ist das Stück „Maraba Blue“. Ganz leise, langsam, aus dem Nichts kommend spielt das Klavier ein paar Töne, die einen Rhythmus vorgeben. Ebenso sacht legt sich dann eine einfache Melodie darüber – auch nur mit ein paar Akkorden, die dann umspielt werden. Wie bei den meisten seiner Stücke mischt sich eine leise Melancholie mit einer warmen, optimistischen Grundstimmung. Das ist es, was seine Musik so berührend machte. Zwischen Perkussion, Kapstadt und Schweiz Vereinten haben sich darin die kulturellen Erfahrungen wie die musikalischen Welten, in denen Ibrahim …
Shake Stew reißt beim Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen im Hof des Regensburger Thon Dittmer Palais das Publikum zu Begeisterungstürmen hin. Gegen Ende des eher kurzen, musikalisch überaus üppigen Auftritts von Shake Stew ist es bei leichtem Niesel doch spürbar klamm geworden. Dabei hat sich „Österreichs Jazzband der Stunde“, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ das Septett um Bandleader Lukas Kranzelbinder schon früh hervorhob, mächtig ins Zeug gelegt, um dem Publikum ordentlich einzuheizen. Das gelang ihr auch vom Fleck weg mit einem Medley älterer Stücke. Damit zeichnete die Band schon einen riesigen Bogen, den sie von der Noise Music der späten 90er Jahre übers südliche und nördliche Afrika bis in die aktuelle Londoner Subkultur durchwanderte. Wobei der brachiale Lärm des Noise nur ein entferntes Echo im Übergang von einem zum nächsten Stück blieb. Im flächigen Sound zweier Bassgitarren türmten sich wabernde Klangwände im eher geruhsamen Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais` auf, die alles mit sich rissen, was auf entspannter und lässiger Feelgood-Atmosphäre eingestellt war. In Stimmung gebracht worden waren die Zuhörenden schon zuvor vom Jazzorchester des Von-Müller-Gymnasiums. Unter der anfeuernden Leitung von Sebastian Glas und Jazzclub-Beirat Michael Straube, der seit diesem …
Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 15.06.26 bis zum 21.06.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.
Summernights = Festivalzeit! Egal ob Open Air, neu erschlossenen Locations, im Club, Festsaal oder Bürgerhaus, ab Juni starten in München und Umgebung wieder Jazzfestivals mit sensationellen Acts, guter Laune und beachtenswertem Engagement für die Mission Jazz. Das 1. Muniq Jazz Festival vom 19. Juni bis 20. Juni Dieses Jahr startet die Saison im Münchner Kreativquartier bereits im Juni, erstmals mit dem MUNIQ JAZZ FESTIVAL für Jazz und improvisierte Musik. Veranstaltet und kuratiert vom niq kollektiv – einem Zusammenschluss junger Musiker:innen der Münchner Szene – versteht sich das Festival als Plattform für Begegnung, Austausch und künstlerische Experimentierfreude. Im Zentrum stehen zwei Carte-Blanche-Formate: Die Leipziger Schlagzeugerin Eva Klesse und der Münchner Posaunist Moritz Renner entwickeln jeweils neue Ensembles mit Musiker:innen. Eva Klesse wird mit einer Besetzung aus der Münchner Szene arbeiten, Moritz Renner stellt sich hingegen eine nicht aus München stammende Band zusammen. So entstehen neue Konstellationen zwischen lokaler und überregionaler Szene mit zuvor nie da gewesener Musik. Neben den Carte Blanches spannt das Festivalprogramm einen Bogen von international gefeierten Acts wie der Band Fazer über Sweetlife und das Quartett der aufstrebenden österreichischen Saxophonistin Yvonne Moriel. Die …
Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 08.06.26 bis zum 14.06.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.
Ungewisser Blick in die Zukunft – Spannende Grenzgänge „Music On The Edge“ war das Motto des 7. „Look Into The Future“-Festivals in Burghausen. Es hätte auch schon auf alle früheren Ausgaben gepasst. Kein reines Jazz-Festival ist das, obwohl traditionell viele Künstler dem Genre zuzurechnen sind, nicht einmal ein reines Musikfestival. Hier wird das präsentiert, was interdisziplinär und über Genregrenzen hinaus gedacht ist, sozusagen in die Zukunft der Kultur allgemein. Dafür stehen schon seine Macher: Die Brüder Cornelius Claudio und Johannes Tonio Kreusch haben ihre so unterschiedlichen Karrieren als Jazzpianist und klassischer Gitarrist schon seit Langem in vielen Projekten als Künstler wie als Veranstalter zusammengeführt – mitunter auch inspiriert und unterstützt von ihrer Schwester Carolina Camilla Kreusch, einer renommierten bildenden Künstlerin und Kunstprofessorin. So bemühte fast jede Veranstaltung den kreativen Austausch unterschiedlicher Künste und Künstler, mit dementsprechend vielen Uraufführungen oder einmaligen Vorstellungen. Gleichzeitig beschäftigte sich „Look Into The Future“ stärker als andere Festivals mit Raum und Zeit als Vorgaben künstlerischen Schaffens. Das Kloster Raitenhaslach als „Festivalzentrale“ ist ein ebenso außergewöhnlicher Spielort wie das Ankerkino, die Studienkirche oder der Stadtsaal. In ihnen verbinden sich die Ästhetik des …
Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 01.06.26 bis zum 07.06.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.
(Von Stefan Pieper) Die 55. Ausgabe des moers festivals hat zu Pfingsten alles wieder auf Anfang gestellt. Nach einem Jahrzehnt in der Festivalhalle am Stadtrand ist das Festival zurück in die Innenstadt gekehrt: fünf Tage statt vier, eine große Freiluftbühne am Kastellplatz, dazu Kirchen, Clubs und zahlreiche weitere Spielorte drinnen wie draußen für circa 100 Konzerte insgesamt. Und drumherum Menschen aller Altersgruppen, die reichlich kamen – mit noch mehr kontroversen Meinungen und Empfindungen zum neuen Konzept. Am Ende soll das Monster sterben. Teil drei von Gellért Szabós „Der moderne Mensch und der heilige Berg“ steuert auf der Open-Air-Bühne auf einen verstörenden Höhepunkt zu. Szabó selbst tobt, fuchtelt, treibt – und das hat etwas zutiefst Furchteinflößendes, umso mehr, als sein Leipziger „Ideal Orchestra“ dieser Raserei eine geradezu unheimliche Präzision entgegensetzt. Ein bizarres Hochamt aus Klangmassen und schauspielerischer Eruption, das zwei Tage zuvor in St. Josef noch auf ganz anderer spiritueller Wellenlänge funkte, als schließlich ein Bach-Choral spirituelle Erlösung spendete. Erst durch Gleichgültigkeit werden die bösen Wölfe groß Erlöst werden soll das Publikum in Moers von jenem Donald Trump, der in den Videoeinspielungen des STM-Schauspielers Matthias Hesse …
(Von Robert Fischer) Neue Frauen braucht das Land? Wohl kaum, denkt man an all die großartigen Musikerinnen, die aktuell auch als Leaderin eigener Formationen für frischen Wind in der Szene sorgen. Die in München geborene, in Köln lebende Saxofonistin, Bassklarinettistin, Komponistin und Bandleaderin Christina Fuchs gehört schon ein bisschen länger dazu, ebenso die Kölner Saxofonistin, Komponistin und Bandleaderin Caroline Thon. Beide haben viel Erfahrung in der Leitung großer Ensembles – Christina Fuchs gründete 1992 mit Hazel Leach das „United Women’s Orchestra“, Caroline Thon 2011 das Thoneline Orchestra. Seit 2019 gibt es das von beiden gemeinsam geleitete 22-köpfige Fuchsthone Orchestra, dessen 2023 erschienenes Debütalbum, „Structures & Beauty“, bereits erkennen ließ, was spätestens jetzt, mit dem zweiten Album „Peaks & Plots“, zur Gewissheit wird: Das Fuchsthone Orchestra gehört zu den faszinierendsten Jazzensembles unserer Zeit. Was neben der Qualitität der komplex arrangierten Kompositionen, die für jedes Programm zu gleichen Teilen von Christina Fuchs und Caroline Thon beigesteuert werden, sicher auch an den großartigen Musikerinnen und Musikern dieses inzwischen in vielen Live-Auftritten immer mehr zusammengewachsenen Orchesters liegt. Virtuose Spielfreude Eine besonders glückliche Entscheidung war es, für das zweite Album …
+++ Sonny Rollins im Alter von 95 Jahren verstorben +++ Der legendäre Jazz-Saxophonist und Komponist Sonny Rollins ist tot. Der US-Musiker starb im Alter von 95 Jahren in seinem Zuhause in Woodstock im Bundesstaat New York. Das teilte seine Familie auf der offiziellen Facebook-Seite des Künstlers mit. Angaben zur Todesursache wurden zunächst nicht veröffentlicht. „Wenn das Leben eines kreativen Menschen endet, setzt es sich in der nächsten Existenz fort“, zitierte Rollins’ langjährige Agentin Terri Hinte den Musiker in einer Mitteilung, die von mehreren US-Medien verbreitet wurde. „Ich gehöre zu den Menschen, die glauben, dass dieses Leben nicht alles bedeutet.“ Mit Sonny Rollins verliert die Musikwelt eine ihrer prägendsten Figuren des modernen Jazz. Der 1930 im New Yorker Stadtteil Harlem geborene Musiker galt über Jahrzehnte hinweg als einer der bedeutendsten Tenorsaxophonisten der Jazzgeschichte. Sein Spiel zeichnete sich durch einen kraftvollen, rauen und zugleich hochgradig nuancierten Ton aus. In der Szene wurde Rollins oft als „Saxophone Colossus“ bezeichnet – nach seinem wegweisenden Album aus dem Jahr 1956. Im Laufe seiner außergewöhnlichen Karriere arbeitete Rollins mit nahezu allen Größen des Jazz zusammen, darunter Charlie Parker, Thelonious Monk, Miles …
Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 25.05.26 bis zum 31.05.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.
Was Michael Naura ab 1971 als Leiter der NDR Jazzredaktion nach dem Tod von Jazzworkshop-Initiator Hans Gertberg auf die Beine stellte, war und ist bis heute einmalig und schlichtweg sensationell. Unter seiner Ägide änderte Naura die Ausrichtung der Workshops dahingehend, nicht mehr Einzelmusiker zu Formationen zusammenzuführen, sondern bestehende Bands einzuladen und diese Rundfunkkonzerte dann im Rahmen der legendären NDR Jazzworkshops, meistens im Sendesaal des HH NDR, dem Studio 10, aufzunehmen. Und sie haben alle im NDR gespielt: Keith Jarrett, Jan Garbarek, Oregon, Ornette Coleman, Max Roach, Oscar Peterson, Pat Metheny, Johnny Griffin, Ella Fitzgerald oder das Modern Jazz Quartett, um nur ein paar Jazzgrößen aufzuführen. Auf Einladung von Michael Naura und der NDR Jazzredaktion fand am 14. März 1984 der 188. Jazzworkshop statt. Die Carla Bley Band, gemeinsam mit Michael Mantler, Steve Slagle, Tony Dagradi, Gary Valente, Vincent Chancey, Bob Stewart, Ted Saunders, Steve Swallow und Victor Lewis gab sich im Hamburger Funkhaus die Ehre. Anlässlich des 10. Todestages von Duke Ellington wurde Carla Bley vom NDR beauftragt, ein Stück für den Jazzworkshop zu komponieren und aufzuführen. Ihre Gedanken und Ausführungen zu Duke Ellington lassen …
Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 18.05.26 bis zum 24.05.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.
Als er 1990 zum ersten Mal ausgerichtet wurde, war der Biberacher Jazzpreis der erste Nachwuchswettbewerb Deutschlands im Jazzbereich. Dass die biennal stattfindende, vom Jazzclub Biberach zusammen mit der Stadt getragene Veranstaltung nicht nur traditionsreich ist, sondern bis heute zu den wichtigen ihrer Art gehört, sieht man schon an den Preisträgern, aus denen fast durchgehend etwas geworden ist: Angefangen mit Cornelius Claudio Kreusch, max.bab, Kristjan Randalu oder Laia Genc bis zu Matthias Lindermayr, Jakob Manz (vor Johanna Summer) oder zuletzt vor zwei Jahren Renner. Diesmal war es eine besondere Ausgabe, war der Jazzpreis doch in das zweiwöchige Landesjazzfestival Baden-Württemberg integriert, das zum 50. Geburtstag des Jazzclubs nach Biberach vergeben worden war. Und im Festival-Gewand präsentierte er sich auch: Besucherrekord mit 380 Besuchern im ausverkauften Saal der Stadthalle; nie war der Sound besser; nie die Betreuung und Videobegleitung professioneller; nie die Beleuchtung schöner, nicht zuletzt dank den vom Lichttechniker selbst gebauten Bühnenstrahlern, die sanfte Farben von großen Metallschirmen abstrahlten. Wer die inzwischen allerorten angesiedelten Nachwuchspreise seit längerem verfolgt, weiß um die Qualität, die hier geboten ist. Viele gehören mittlerweile regelmäßig zu den Höhepunkten von Festivals. So lieferten …
Auf einem Konzert bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2021 begegneten sich der Gitarrist Philipp Schiepek und Trompeter Lorenz Widauer zum ersten Mal. Irgendwie ticken beide musikalisch gemeinsam auf der gleichen Wellenlänge und so reifte seitdem die Idee für ein gemeinsames Projekt, das nun unter dem Titel „Bangers and Ballads“ erschienen ist. Der aus Salzburg stammende Trompeter Lorenz Widauer ist, ähnlich wie Philipp Schiepek, umtriebig und musikalisch vielseitig unterwegs. Ob mit Shake Stew, dem Orjazztra Vienna oder seinem eigenen Projekt Chez Fría, sein abwechslungsreicher Sound an der Trompete passt perfekt zu Schiepeks schwebendem Gitarrenspiel. „Bangers and Ballads“ zeigt beeindruckend neue Seiten beider Musiker zusammen im Quartett mit dem Bassisten Michael Acker und Matheus Jardim am Schlagzeug. Bei der Urheberschaft der neun Kompositionen auf der CD wechseln sich beide Musiker ab. Beim ersten Hören fällt sofort die Kommunikation der Musiker untereinander auf. Harmonische Melodielinien wechseln sich ab mit inspirierten, vertrackten, aber nie ausufernden Improvisationen – ein ausgewogenes Miteinander, das sich thematisch durch alle Stücke zieht. Spielfreude und vielschichtige Rhythmik bestimmt den Sound, lässt Raum für die eigene Klangsprache, betont das Gemeinsame, das die Musiker in ihrer …
Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 11.05.26 bis zum 17.05.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.
Seit langem gehört der Jazz zu dem, was man gerne Hochkultur nennt. Man sieht das an der akademischen Ausbildung der Musiker parallel zur Klassik, an den selbst für jedes Vorort-Kulturzentrum oder -Bürgerhaus inzwischen obligatorischen Jazzreihen oder am selbstverständlichen Einzug des Jazz in die „Kulturtempel“. Doch die wichtigsten Festivals, zumindest in Bayern, sind noch aus einer von einzelnen Gallionsfiguren angeregten Graswurzelbewegung entstanden und werden nach wie vor von ihr getragen. Was also in Burghausen die IG Jazz ist, ist in Kempten der Kleinkunstverein Klecks e.V. Zum 41. Mal hat der Verein mit seinen gut 70 aktiven Mitgliedern den „Jazzfrühling Kempten“ ausgerichtet. Mit heuer wieder gut 50 Konzerten auf fast 30 Bühnen gehört er nach wie vor zu den großen, anerkannten und eine ganze Stadt erobernden Festivals. Freilich hatte der Jazzfrühling in seinen besten alten Zeiten schon mal über 100 Konzerte. An seiner Größe wäre das Festival aber auch fast gestorben. Schon vor Corona hat der Verein einen Verjüngungs- und Konsolidierungsprozess gut hinbekommen. Auf Gerold Merkle und Hansjürg Hensler als prägende Figuren folgte ein Team um den Pianisten Andreas Schütz. Der Verein zieht ausreichend neue junge Mitglieder, …
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