JazzZeitung - aktuell

+++ news +++ WDR Jazzpreis für Hanno Busch ++++ Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis: Finalist:innen +++

+++ WDR Jazzpreis für Hanno Busch +++ Hanno Busch erhält den diesjährigen WDR Jazzpreis. Der in Wuppertal geborene Gitarrist, Komponist und Produzent überzeugte die Jury mit seiner „herausragend gefühlvollen, frischen und kreativen Spielweise“, mit der er sich „mühelos zwischen Jazz, Rock, Blues, Pop und anderen Genres“ bewegt. Busch spielt in eigenen Projekten, arbeitete aber auch u.a. mit Peter Herbolzheimer und den Heavytones. Seit 2021 ist er Gitarrist bei Jan Delay. Als Dozent, u.a. an der Hochschule für Musik und Tanz Köln als Professor für Gitarre & Ensemble Jazz/Pop, gibt er sein Wissen an den Nachwuchs weiter. Damit und auch mit seinem eigenen Label trägt er einen wichtigen Teil zur Zukunft und Lebendigkeit der Jazzszene bei. Der WDR Jazzpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und verbunden mit einer Produktion sowie einer Konzerttour mit der WDR Big Band. Nachwuchspreis Der Nachwuchspreis geht in diesem Jahr an die Big Band der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln unter der Leitung von Marcus Bartelt. Das Jazzorchester besteht aus Studierenden der Bereiche Musik, Ästhetische Erziehung und Musikvermittlung und spielt auf hohem Niveau. Im Laufe seiner über 40-jährigen Geschichte hat sich das Ensemble ein …

Mit Rappen, Pfeifen und Trompeten – Joo Kraus gastiert mit seinem Quartett in Regensburg

Der Trompeter Joo Kraus gastierte mit seinem Quartett im Regensburger Jazzclub Leerer Beutel. Mit seinem prächtig groovenden, sogar clubtauglichen Sound spricht der Trompeter, Sänger, Keyboarder und Komponist schon immer eine generationenübergreifende hellauf begeisterte Zuhörerschaft an. Seine Songs wie „Surfin` at Night“ oder schlicht „Chaka Boom (Tic Toc)“ interpretiert er meist in einem Sprechgesang, der am Rap-Idiom andockt. Das hat er bereits vor Jahrzehnten im Duo mit dem Kraan-Bassisten Helmut Hattler gemacht. Tab Two nannten sie ihr Jazz-Rap-Duo, mit dem sie auch in Regensburg gastierten und das lange als das erfolgreichste Duo des deutschen Jazz galt. Seit der Auflösung von Tab Two und einer kurzen Reunion für ein Releasekonzert eines weiteren Albums ist Kraus vor allem mit eigenem Quartett unterwegs. In der Besetzung mit den beiden Stuttgartern Veit Hübner am Kontrabass – gelegentlich auch Keyboards – und Torsten Krill am knackig wummernden Schlagzeug und dem elektrisierenden Gitarristen Jo Ambros hat er vor zwei Jahren das Album „No Excuse“ veröffentlicht. Aus dieser „musikalisch bunten Tüte, dem Briefmarken-Sammelalbum“, wie es zu recht auf Online-Plattformen beworben wird, stellte er Songs wie das poppige „Hope“, das mystisch-dunkle Titelstück und „Crying …

Winterjazz Köln – 15 Jahre frischer Wind im Januar

Von Stefan Pieper. Als das Winterjazz 2012 zum ersten Mal stattfand, hatte niemand eine Ahnung, wie viele Menschen kommen würden. Schon zwanzig Minuten nach Beginn des ersten Konzerts gab es einen kompletten Shutdown – die Menschenmenge war nicht mehr zu bewältigen, weder der Stadtgarten noch die Veranstalter hatten mit einem solchen Ansturm gerechnet. Seither hat sich vieles professionalisiert, aber eines ist geblieben: die Energie eines Festivals, das Jazz als lebendige, gegenwärtige Kunstform begreift. Kölner Stadtgarten Am 10. Januar feierte das Winterjazz seine 15. Ausgabe im Kölner Stadtgarten und im benachbarten Club Zimmermanns. Vier Bühnen, freier Eintritt, rund zwanzig Konzerte an einem Abend – und was für welche. Die Konzerteindrücke waren allesamt exquisit, überall wirkte die Musik frisch und ausgeschlafen. Das Festival stehe dort, wo eben diese Musik steht, beschrieb Angelika Niescier im Gespräch danach die Programmatik. Sie kuratiert zusammen mit Ulla Oster den Winterjazz. Festivals wie dieses seien Orte des Widerstands, und überall, wo so etwas entstehe, wirke dies einer gleichgeschalteten Kultur entgegen. Der Stadtgarten, seit 1986 als Spielstätte für Jazz und improvisierte Musik etabliert und heute als Europäisches Zentrum für Jazz und aktuelle Musik …

Norbert Stein ist mit dem Pata Trio auf der Spur der „Planetentochter“

Tastend, fast zerbrechlich beginnt das Tenor sich einen Weg zur imaginären „Planetentochter“ zu bahnen, einem mythologischen Wesen, schön und versponnen. Genauso will es vom Pata-Trio des Saxofonisten und Komponisten Norbert Stein wahrgenommen und mit poetischem Eigensinn erspürt werden. Umgarnt von Beckengeraschel (Jörg Fischer) und flüchtig mäandernden Klaviersprüngen (Uwe Oberg) zieht es schließlich, begleitet von einem warmen Basston, fein flackernd seine Bahn im Universum des Pata-Masters. Vom Trio bis zum Orchester Seit Jahrzehnten erforscht und erweitert der Kölner mit unterschiedlichsten Besetzungen vom Trio bis zur orchestralen Formation ein Universum aus freier Improvisation,  Komposition und Lust am Schönen. Es sind die Klänge und ihre kommunikativen Beziehungen, die er nicht müde wird zu ergründen. Die „Planetentochter“, mit einem skurrilen, in Urzeiten einmal futuristischen Fluggerät auf dem Cover, nimmt die Nummer 27 in dieser Albumdiskothek ein und damit schon die dritte Zehnerstaffel ins Visier. The Raven Speaks Mit sechs Titeln und knapp vierzig Minuten ist es ein eher kurzes Album, nach dem üppigen letzten, mit zwölfköpfiger Besetzung eingespielten „Pata Kandinsky“. „The Raven Speaks“ ist ein Paradestück für die einerseits melodisch eigensinnige, sehr bildhaft wirkende musikalische Gewichtung Stein`scher Kompositionen und …

Fördertour des Bayerischen Jazzverband 2026 ausgeschrieben

Der Bayerische Jazzverband e.V. vergibt 2026 erneut die Fördertour des Bayerischen Jazzverbands. Der Wettbewerb richtet sich an junge Jazzensembles und zählt zu den zentralen Förderinstrumenten für den Jazznachwuchs in Bayern. Die Fördertour wird seit 2014 aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst vergeben und findet in Kooperation mit dem Kemptener Jazzfrühling statt. Ziel ist es, herausragende junge Ensembles nicht nur auszuzeichnen, sondern sie nachhaltig beim Einstieg in eine professionelle Konzerttätigkeit zu unterstützen. Preisträgertournee Der 1. Preis umfasst eine Preisträgertournee mit 15 Konzerten in bayerischen Jazzclubs, Festivals und Spielstätten, die Mitglied im Bayerischen Jazzverband sind. Die Musikerinnen und Musiker erhalten 325 Euro Gage pro Person und Konzert, zusätzlich werden Übernachtungs- und Fahrtkosten, Beiträge zur Künstlersozialkasse sowie ein professionelles Electronic Press Kit (EPK) inklusive Fotoshooting und Video im Wert von rund 2.000 Euro übernommen. Eine begleitende Presse- und Marketingarbeit rundet die Förderung ab. Darüber hinaus werden weitere Preise vergeben: – 2. Preis: 1.500 Euro – 3. Preis: zweimal 1.000 Euro – Publikumspreis: 500 Euro Die Vorauswahl erfolgt im Blindverfahren durch Mitglieder des Bayerischen Jazzverbands. Vier Ensembles werden zum Finale am Dienstag, 28. April 2026, im …

Jenny Evans zum 50. Bühnen-Jubiläum – ein Interview

50 Jahre auf der Bühne, das muss ihr erst einmal jemand nachmachen. Die Sängerin und Schauspielerin Jenny Evans ist ein Phänomen und auch mit über 70 munter auf den Jazz-Bühnen unterwegs. Anlässlich ihres Jubiläums haben wir mit ihr gesprochen. Wie bist du zum Jazz gekommen? Mein Vater hatte Frank Sinatra-LPs und auch das wunderbare Album „Ella in Berlin“. Da habe ich zum ersten Mal Scatgesang gehört. Als 13-Jährige hörte ich aber die Alte Musik und während Gleichaltrige Fans von Bubble.Gum Music waren, war ich fasziniert vom „Early Music Consort Of London“! Als ich nach München kam, war ich im Universitätschor und Münchner Motettenchor. Mein damaliger Freund war aber Amateur-Kontrabassist bei einer Dixieland-Band, und er fragte, ob ich nicht in seiner Band einsteigen könnte. Ich kannte eh alle Songs. Bald habe ich aber erkannt, dass Jazz für mich etwas anders bedeutete und gründete meine eigene Band. Die ging ab wie eine Rakete. In den 1970ern gab es überall Musik-Kneipen, und wir haben fünfmal die Woche gespielt. Dann wurde ich eingeladen, mit dem alten Drummer Freddie Brocksieper zu singen. In seiner Band habe ich angefangen, sogenannten Head …

Makar Novikov: Long Journey – neue CD

(Von Robert Fischer) Es gab ja mal eine Zeit, da wurden komponierende Bassisten ein bisschen belächelt. „Die schreiben ihre Stücke doch immer nur um ihre Basslinien herum“, hieß es. Zum Glück sind diese Zeiten längst vorbei. Wer noch eines aktuellen Beleges dafür bedarf, der hört sich am besten das aktuelle Album von Makar Novikov an: Long Journey wäre auch dann ein erstaunliches Debüt als Komponist und Bandleader, wüsste man nichts von der Geschichte des russischen Bassisten Makar Novikov, der in seiner Heimat bereits einer der bekanntesten Vertreter seiner Kunst war, als er 2022 auf Tour in Italien vom russischen Überfall auf die Ukraine überrascht wurde und sich, mit nur einem Koffer in der Hand, dazu entschloss, nicht mehr nach Russland zurückzukehren. Versierter Sideman Heute in Berlin lebend, hat er sich in der europäischen Szene schnell als versierter Sideman etabliert und präsentiert nun mit einem hochkarätig-international besetzten Quintett, zu dem neben ihm selbst am Bass Olivia Trummer (p, voc), Alex Sipiagin (tr, flh), Gianni Gagliardi (sax) und Donald Edwards (dr) gehören, acht wunderbar ausgewogen produzierte Kompositionen aus  eigener Feder: Modern Jazz vom Feinsten, mal energetisch vorwärts …

Piano-Bühne Oberthulba wird 25, Konzert mit Al Jones

(PM) Die Piano-Bühne von Peter Kleinhenz wird 2026 nun 25 Jahre alt. Die Genres Jazz, Blues, Funky Soul, R&B und Comedy werden vorrangig gespielt. Die Bühne wird von Peter und Beatrix Kleinhenz mit viel Leidenschaft und Einsatz zusammen mit Verwandtschaft und angestellten Helfern betrieben. Finanziert wird sie ausschließlich über die Ticketpreise, da staatliche, städtische oder örtliche Förderungen wie üblich nicht erfolgen. Labour of love GEMA, Künstlersozialkasse, Musiker-Gagen, Löhne, Werbung, Technik, Licht, Steinway-Flügel und alle sonstigen Kosten müssen durch den Eintrittspreis eingespielt werden. Wir bedanken uns hiermit bei unseren vielen Fans der Piano-Bühne, die aus Fulda, Würzburg, Schweinfurt im Umkreis 100 Kilometern und natürlich aus der hiesigen Region durch ihren intensiven, aktiven Besuch im meist vollen Haus diese coolen Events möglich machen. Nachdem 1999 das 2.000 qm große Piano-Center neu gebaut war, wurde 2001 ein großer Bühnenraum mit zirka 300 Plätzen eingerichtet. Die Vorstellungen begannen im Jahre 2001 mit dem Konzert von Rosa King & Band aus USA/Amsterdam, es folgten dann namhafte Künstler wie Axel Zwingenberger & Gottfried Böttcher in Sachen Boogie-Woogie und Ragtime Piano-Spiel. Axel Zwingenberger ist seitdem alle zwei Jahre mit großem Erfolg hier unterwegs. Internationale Stars …

John Wolf Brennan – von Nacht I Gallen und anderen Tieren

Kein bisschen leise sagt man manchmal über Ältere, die entgegen äußerer Erwartungen auch in höherem Alter noch aktiv sind. Auf Musiker:innen und andere Kunstschaffende trifft dies fast immer zu. John Wolf Brennan, der irisch-schweizerische Pianist und Musikpädagoge, macht da keine Ausnahme. Der Output des Komponisten und Improvisationsmusikers ist fast schon spektakulär. Alleine in den letzten zwei Jahren sind es mehr als ein halbes Dutzend, insgesamt zählt sein Gesamtwerk über 80 CDs/Einspielungen. Aktuell gehören dazu Aufnahmen mit neuer Musik mit der Groupe Lacroix, mit weit gespanntem musikalischen Horizont mit den Pilgrims, mit dem Langzeitprojekt Pago Libre und gemischten Besetzungen. „Wild Card – Songs For A Farm“ ist nach dem erfrischend uncoolen 24er Album „FriendShip – Riffs ahead!“ mit tausenderlei Zitaten der Pop- und Rockgeschichte jüngstes Pago-Libre-Werk und Album Nummer 83. Es ist das 15. Album des renommierten Jazz-Quartetts und musikalisch und von seiner Entstehung her etwas ziemlich Ausgefallenes.  „Songs From A Farm“ ist kein  einfacher Gimmick, die Musik wurde tatsächlich auf einem Bauernhof eingespielt, was dem Album eine erdige Atmosphäre verleiht. Wilde Tänze mit Kobolden Tatsächlich regten Hühner, Raben, Zwergziegen und Alpacas die Musikanten an und …

Regensburger Festival SPARKS & VISIONS 2026 – es wird aufregend

Weihnachten in Anstand und Würde verbracht und Silvester gut über die Runden gekommen. Nun steht das neue Jahr ins Haus – gute Vorsätze? Yes: guten Jazz auch im neuen Jahr für Seele und Wohlbefinden! Zeit zur Besinnung und Neuausrichtung … das gelingt am besten mit dem seit mittlerweile 4 (!) Jahren bestehenden Regensburger Jazzfestival „SPARKS & VISIONS“ im Januar. Veranstalterin Anastasia Wolkenstein ist wieder einmal so mancher Coup gelungen, das Line-Up ist in der Tat unique und verspricht erneut ein ungemein spannendes Festival! Auch dieses Mal ist vom 23. bis 25. Januar musikalisch wieder viel zu ENTDECKEN und Genießen angesagt. Das historische Theater in Regensburg ist vom Ambiente nach wie vor einzigartig und bietet dem Publikum ein intensiv immersives Klangerlebnis. Karl Ivos Bühnenbild wird, wie in den Jahren zuvor, mit seinen luftig gläsernenMobiles das Geschehen optisch prägen und für magische Stimmung sorgen. Das Festival startet mit der Vokalistin Leïla Martial und dem Cellisten Valentin Ceccaldi im Duo mit poetisch, abstrakt vielfältigen Klangwelten, gefolgt von Nitai Hershkovits mit einer Piano Solo-Performance und als Knaller zum Abschluss des ersten Abends gibt sich Marius Neset mit seinem quirlig …

Jazz im Radio – Jazz fm – Ella?

Ella? Ella! oder was?Was denn nun? Ella? oder Ella! oder jazz fm oder JazzRadio Berlin oder JazzRadio 106.8. Wer sendet wann und wo Jazz in Berlin?

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