JazzZeitung - aktuell

+++ news +++ Konzerte in Hürth +++ Lottermoser LJJO Hamburg +++

+++ JP Weber und Michael Kuhl mit „Two-Night-Stand“ +++ Zwei Abende zwischen Mainstream-Jazz, kölschen Klassikern und großen Songs am 7. und 8. Oktober 2026 im Hürther Jazzkeller Der Jazzkeller Hürth lädt zu zwei besonderen Konzertabenden ein: Am Mittwoch, 7. Oktober, und Donnerstag, 8. Oktober 2026, stehen JP Weber und Michael Kuhl gemeinsam auf der Bühne. Das Duo verbindet Mainstream-Jazz mit bekannten Songs, kölschen Klassikern und viel Raum für musikalischen Dialog. Griff zur Gitarre JP Weber, vielen als Kölsch-Kabarettist, Musiker und Komponist sowie unter seinem Beinamen „Die Flitsch“ bekannt, greift für diese beiden Abende zur Jazzgitarre. An seiner Seite spielt Michael Kuhl Trompete, Flügelhorn und Ventilposaune. Weber beschreibt das Programm als „wohlklingende Musik von Nat King Cole bis Miles Davis Mainstream-Jazz, der Song-Charakter hat“. Auf dem Programm stehen unter anderem Klassiker wie „Georgia on My Mind“, „Route 66“, „All of Me“ und Charlie Chaplins „Smile“. Besonders reizvoll sind die Arrangements kölscher Stücke. Songs wie „Du… (bess die Stadt)“ und „En unserem Veedel“ von den Bläck Fööss erscheinen in intimen, jazzigen Fassungen und eröffnen neue Perspektiven auf bekannte Melodien. Dabei stehen nicht Effekte, sondern Klang, Zusammenspiel und die …

Gitarrist Peter Bernstein: Swingender Post-Bop mit griffiger Eleganz

„Hey man“ begrüßt der Regensburger Gitarrist Helmut Kagerer den amerikanischen Kollegen Peter Bernstein im Gedränge der Tür zum Saal im Leeren Beutel. Dieser stutzt kurz, schließt den Kollegen dann freudig in die Arme. „Hey, always on tour“, gibt Bernstein zurück und strebt nach einem begeistert aufgenommenen ersten Set mit einem Wink in die Pause. Da hatte der 59-Jährige, der sechs Tage zuvor auf Europatournee Geburtstag feierte, das fast ausverkaufte Konzert mit dem Stück „Simple As That“ begonnen. Die relaxt swingende Komposition aus seinem Album „What Comes Next“ kann in ihrer zurückhaltenden Ruhe und spielerischen Eleganz als Statement verstanden werden. Sie war in der ersten Hochphase der Coronapandemie entstanden. In New York City, wo die Aufnahme im Herbst stattgefunden hatte, herrschte damals eine angespannte Nervosität und Angst, waren doch schon im Frühjahr und Sommer viele Todesfälle bekannt geworden. Wunsch nach Besonnenheit Auch das Titelstück, mit dem Bernsteins Quartett nach längerer Pause die zweite Hälfte seines Jazzclubkonzertes startet, unterstreicht in seiner Unaufgeregtheit den Wunsch nach Besonnenheit. Tempo nimmt die Band in „Harbor No Illusions“ auf, „Mach dir keine Illusionen“ auf deutsch, dem letzten Stück des Abends aus …

Die „A Love Supreme“-Radiowoche vom 14.09.26 bis 20.09.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 14.09.26 bis zum 20.09.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

BMW Young Artist Jazz Award 2026: Edi May, Fernanda von Sachsen und Ida Koch ausgezeichnet

München. Zum elften Mal vergeben die BMW Group und die Landeshauptstadt München gemeinsam den BMW Young Artist Jazz Award. Der mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preis soll herausragende junge Künstlerinnen und Künstler der Münchner Jazzszene unterstützen und das gemeinsame Engagement für die nachhaltige Förderung des musikalischen Nachwuchses unterstreichen. Die diesjährigen Auszeichnungen gehen an Ida Koch (Bass), Edi May (Tenorsaxophon) und Fernanda von Sachsen (Gesang). Zusätzlich zum Preisgeld erhalten die Preisträgerinnen und der Preisträger die Möglichkeit, sich bei Konzerten im renommierten Jazzclub Unterfahrt einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Auszeichnung wird seit 2016 vergeben und hat sich als feste Größe in der Förderung junger Jazztalente etabliert. „Der BMW Young Artist Jazz Award macht sichtbar, wie viel künstlerisches Potenzial in unserer Stadt wächst und welche Bedeutung die Förderung junger Talente für die Zukunft des Jazz hat. Deshalb sind wir BMW für dieses nachhaltige Engagement besonders dankbar“, sagt Marek Wiechers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München. „Die Zukunft des Jazz entsteht nicht morgen, sondern auf den Bühnen von heute. Ida Koch, Edi May und Fernanda von Sachsen zeigen eindrucksvoll, wie innovativ, vielfältig und relevant die junge Generation von Jazzmusikerinnen und …

Gitarrist Jürgen Kerth zu Gast auf der Piano-Bühne Oberthulba, 23.10.26

Seit 45 Jahren steht der Gitarrist Jürgen Kerth auf der Bühne – und noch immer ist sein unverwechselbarer Stil zwischen Blues, Soul, Swing und Funk einzigartig. Musikalisch bewegt er sich irgendwo zwischen Santana, Johnny Winter und B.B. King, mit dem Kerth sogar schon gemeinsam live auf der Bühne stand. Den gern verwendeten Titel „Ostdeutscher Blueskönig“ nimmt Kerth selbst allerdings mit einer gewissen Gelassenheit. Seine Musik, sagt er, solle nicht auf den Blues beschränkt bleiben, sondern ebenso Swing, Soul, Funk und vieles mehr enthalten. Zu DDR-Zeiten wurde Kerth mehrfach zum „Nr.-1-Gitarristen“ Ostdeutschlands gewählt. Seit rund 20 Jahren ist er auch regelmäßig in den USA unterwegs und hat dort zahlreiche Konzerte gespielt. Sein Erfolgsrezept erklärt er mit einer Erfahrung, die viele Musiker seiner Generation teilen: Wer damals nicht einfach die Welt bereisen konnte, musste sich seine musikalischen Vorbilder und die großen Konzerte eben in der Fantasie nach Hause holen. „Wenn du als Musiker an einem Ort festgehalten wurdest und nicht in die Welt konntest, musstest du dich zu all deinen Musikerkollegen und Vorbildern und den legendären Konzerten, wie nach Woodstock oder ins Fillmore East, hinträumen. Du willst …

Die Jazz-Radiowoche vom 07.09.26 bis 13.09.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 07.09.26 bis zum 13.09.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Im offenen Gelände – Zum Tod von Cassandra Wilson

Die Sängerin, Gitarristin und Produzentin starb am 1. September 2026 mit 70 Jahren in ihrer Heimatstadt Jackson, Mississippi. Ihre größte Wirkung erzielte sie mit dem, was sie wegließ. Erklären musste sie nichts. Dass Blues und Avantgarde, Geschichte und Improvisation zusammengehören konnten – all das ergab sich, während sie darin sang. Und sie griff selbst zur Gitarre: nicht virtuos im klassischen Sinn, aber als Teil dieses Klangkörpers. Sie wollte nicht vor einer Band stehen, sondern sich innerhalb der Musik bewegen. In Erinnerung geblieben ist nicht zuletzt ein Auftritt beim Moers-Festival, wo Cassandra Wilson vor gut zehn Jahren, am 14. Mai 2016, auf der Bühne stand – nicht mit einem klassischen Jazzquartett oder einer Band, die ihre bekannten Blue-Note-Sounds reproduzierte, sondern mit dem Trio Harriet Tubman: Brandon Ross an Gitarre und Banjo, Melvin Gibbs am Bass, J. T. Lewis am Schlagzeug. Das Projekt hieß „Black Sun“. Schon der Bandname war ein Statement: Harriet Tubman führte im 19. Jahrhundert versklavte Menschen über das Underground Railroad in die Freiheit. Entsprechend weit entfernt von gefälligem Crossover war die Musik des Trios: elektrisch, schwer, bluesgetränkt, mitunter geradezu bedrohlich – ein Klangkörper, …

Die dünne normale Jazz-Radiowoche vom 31.08.26 bis 06.09.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 31.08.26 bis zum 06.08.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Die Jazz-Radiowoche(extragut) vom 24.08.26 bis 30.08.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 24.08.26 bis zum 30.08.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Zurück in die Scheune – Das Inntöne Festival 2026

Aus dem „Jazz auf dem Bauernhof“, wie Gründer und Veranstalter Paul Zauner sein auf dem elterlichen Bauernhof in Diersbach nahe Schärding gelegenes „Inntöne Festival“ im Untertitel treffend beschreibt, wurde in den vergangenen Jahren ein echtes Jazz-Woodstock. Denn wegen und seit Corona verlegte er die drei Tage von Pfingsten in den Juli und von der Scheune auf die Wiese, samt großer Open-Air-Bühne. Das Risiko aber war zu groß. Hätte es im vergangenen Jahr einen Tag länger geregnet, wären die Böden für Bühnenaufbau, Camping und Parken nicht rechtzeitig getrocknet. Auch das Problem mit der Sommerhitze deutete sich stark an, heuer wären wohl einige umgekippt. Aber Zauner ging diesmal in den August und holte zumindest die Haupt-Acts zurück in die Scheune. Der Stimmung tat dies – fast erstaunlicherweise – keinen Abbruch. Ein Jazz-Volksfest kann man jetzt nennen, was sich zwischen der – erstmals eigens zu buchenden – Scheunen-Hauptbühne, dem überdachten Biergarten im Hof und den gleich drei Nebenbühnen abspielte, einer (kleineren) Open-Air-Bühne, dem bereits bewährten „St. Pigs Club“ (dem ehemaligen Schweinestall) und dem „Blues Club“ im Keller des Nebengebäudes, in dem oben wieder eine Ausstellung der originellen Objekt-Trouvaillen …

Jazz Now! 2026 – Konferenzprogramm von der Deutschen Jazzunion veröffentlicht 

+++ Am 1. und 2.10.2026 trifft sich die bundesweite Jazzszene in Hamburg zum 29. Jazzforum +++ Komplettes Programm online und Anmeldungen ab sofort möglich +++ Highlight der Konferenz: politisches Panel mit Vertreter*innen aus der Kulturpolitik Am 1. und 2. Oktober 2026 lädt die Deutsche Jazzunion zur 29. Ausgabe der Jazz Now! nach Hamburg ein – mit Panels, Workshops, einem Live-Podcast und jeder Menge Vernetzungsmöglichkeiten. Zwei Tage lang wird die Hansestadt zum Treffpunkt für Musikerinnen, Studierende, Veranstalterinnen, Kulturpolitik und Akteur*innen der Kreativwirtschaft. Die biennal stattfindende Fachkonferenz wird in diesem Jahr in Kooperation mit dem Jazzbüro Hamburg sowie der JazzHall Hamburg veranstaltet. Die Ausrichtung der Jazz Now! unterstreicht die Bedeutung des Standorts für Jazz und Improvisierte Musik und rückt die bundesweite Szene zwei Tage lang in den Fokus. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Hamburg freut sich, Gastgeber der Jazz Now! 2026 zu sein. Die Konferenz bringt die vielfältige Jazzszene zusammen, die hier immer wieder ihre Innovationskraft unter Beweis stellt. Jazz Now! schafft einen Raum für künstlerischen Austausch, kulturpolitische Debatten und neue Impulse. Gerade in einer sich wandelnden Kulturlandschaft ist es wichtig, gemeinsam über die …

+++ news +++ Dee Dee Bridgewater Lausitz Festival +++ Wülker & Jansen in Starnberg +++

+++ Lausitz Festival mit Dee Dee Bridgewater +++ Die US-amerikanische Jazz-Sängerin Dee Dee Bridgewater wird am Sonntag, den 13. September, das Finale des Lausitz Festivals 2026 (25.08. – 13.09.) bestreiten. In der Kulturweberei Finsterwalde stellt die international gefeierte Künstlerin in Begleitung von drei Instrumentalistinnen an Klavier, Bass und Schlagzeug ihr Programm WE EXIST! vor. Das Konzert beginnt um 18.30 Uhr. Dee Dee Bridgewater zählt zu den bedeutendsten Interpretinnen des Great American Songbook, doch ihre Strahlkraft reicht weit über dieses Repertoire hinaus: Intensiv und glanzvoll widmet sie sich immer wieder auch stark vom Soul und dem Blues geprägten Songs aus der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, etwa »Mississippi Goddam«, »Trying Times«, »The Danger Zone« oder »Why (Am I Treated So Bad)«. Sie beherrscht die hohe Kunst des Scat-Gesangs aus dem Effeff, wickelt ihr Publikum aber auch mit jedem anderen Ton ihrer großartigen Stimme um den Finger. We exist In ihrem Songprogramm WE EXIST!, dessen Titel gewiss nicht unabsichtlich an ein enorm einflussreiches Jazz-Album des Drummers Max Roach aus dem Jahr 1960 erinnert (»We Insist! Freedom Now Suite«), bündelt Dee Dee Bridgewater ihre große Lebenserfahrung und all ihre künstlerischen Kräfte. …

„Only Hits“ mit Lisa Wahlandt: Vertraute Pophymnen neu interpretiert 

Lisa Wahlandt stellt auf ihrem neuen Album „Only Hits“ aus Pop, Folk, Soul und brasilianischer Musik vor. Schon etwas arrogant, wenn Bob Dylan davon singt, dass „du einfach nur irgendwie meine wertvolle Zeit verschwendet hast (Mädel)“. Dennoch rät er der Freundin im Refrain „don`t think twice, it´s all right“, also „denk nicht soviel darüber nach, es ist alles in Ordnung“. Ein Hit wurde der selbstreflektive Song des großen Folk- und Rockpoeten allerdings nicht, auch wenn er bis heute häufig im Repertoire von Musikern aus Pop, Rock oder Jazz auftaucht. Auch die Münchner Sängerin Lisa Wahlandt hat sich entschieden, das über 60 Jahre alte Lied auf ihr neues Album „Only Hits“ zu nehmen. In einem bluesigen Stil mit lässigem Countrytouch begleitet von Paulo Morello auf der Gitarre und Sven Faller am Bass, gibt sie dem harten Abschiedspoem eine eigene, weniger scharfe Note. Dazu trägt gerade auch Morellos feinfühliges Spiel, das ein klein wenig an Bill Frisell erinnert, und sein untrüglicher Sinn für Dramaturgie bei. Nur wenig später als Dylans Abgesang erschien 1966 das berühmte Revolver-Album der Beatles. Aus diesem Klassiker hat Wahlandt die Liebesballade „Here, There …

Spannend von der Besetzung bis zum Ablauf: Das Outreach Festival 2026 in Schwaz

Die heimliche Musikhauptstadt Tirols ist das 15.000-Einwohner Städtchen Schwaz, 30 Kilometer vor Innsbruck gelegen. In der „Silberstadt“, die im Mittelalter einmal die zweitgrößte Stadt des Habsburgerreiches und die Einkommensgrundlage für die halb Europa finanzierenden Fugger war, gibt es seit 33 Jahren im September die „Klangspuren“, ein international beachtetes Festival für zeitgenössische Musik. Sogar noch ein Jahr älter ist das Anfang August startende „Outreach“ Musikfestival. Getreu des Wirkens seines Gründers und Leiters, des Trompeters Franz Hackl, ist hier Jazz der Ausgangspunkt, freilich interdisziplinär, genreübergreifend, ganzheitlich und experimentell gedacht. Nach wie vor hat das „Outreach“ den Status eines Geheimtipps, dabei hat der seit Jahrzehnten in New York lebende Trompeter Franz Hackl seiner Heimatstadt damit ein Juwel geschenkt, das eine Anreise auch von weit her lohnen würde. Was sich vor allem auf die drei Kerntage mit Konzerten auf der „Mainstage“ im großen, technisch perfekt ausgestatteten Silbersaal des SZentrums bezieht, die immer ins erste August-Wochenende führen, diesmal also vom 6. bis 8. August. Nicht nur beim von Hackl und seinem Co-Leader, dem Bassisten Clemens Rofner ausgewählten Line-up der neun Ensembles kann man sich auf kontrastreiche, spannende Abende mit herausragenden …

Die Jazz-Radiowoche(plus) vom 10.08.26 bis 16.08.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 10.08.26 bis zum 16.08.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Ystad Sweden Jazz Festival – Gesänge, Möwen, Vollmond und die Kaffeestunde

Im 17. Jahr gab es nun das Jazzfestival im südschwedischen Ort Ystad: Traumwetter mit angenehm kühlem Wind, musikalische Vielfalt – und bewegende Stunden mit jung gebliebenen Altstars. Ideale Bedingungen für ergiebige Sommertage mit Jazz. Scharfgeschnittene Gesichtszüge, Brille, elegant grau-gescheiteltes Haar, beigefarbener Anzug: Der brasilianische Songschreiber und Sänger Ivan Lins, seit über 50 Jahren ein großer Name, stand mitten auf der Bühne hinter einem Keyboard und legte die Hand aufs Herz. „Ich bin verliebt in diesen Ort, mein Gott!“ Er hob hervor, wie beeindruckt er sei: „Keine kommerzielle Firma, keine politische Verwaltung, einfach nur Menschen“ würden das zuwege bringen, was er hier erlebe. „Erstaunlich!“ – Das klang, hervorgebracht in ruhigen, bedachten Sätzen, nicht nach Schmeichelei, sondern nach authentischer Begeisterung. Entsprechend lang kostete der Sänger sein Konzert auch aus: Fast zwei Stunden stand er vor dem Publikum im ausverkauften Theater der südschwedischen Küstenstadt, erzählte in intimer Langsamkeit von seinem Leben und seinen Songs, interpretierte mit immer noch tragfähiger, wenn auch in wenigen Momenten inzwischen brüchiger Stimme zur feinfühligen Begleitung einer hochversierten Band Liebeslieder aus unterschiedlichen Phasen sowie Klassiker wie seinen 70er-Hit „Madalena“ – und wurde am Ende …

Heißer Jazz & More Sommer im Bayerischen Hof

Nach organisatorischen Hürden und dem traurigen Verlust von Headliner Abdullah Ibrahim stand der Jazz Sommer im Bayerischen Hof vor immensen Herausforderungen. Doch jahrzehntelange Professionalität des Festivals und Entschlossenheit behielt die Oberhand: Mit dem kubanischen Pianisten Alfredo Rodriguez wurde kurzfristig ein hochkarätiger Opener verpflichtet. Vergangene Woche startete der Jazz Sommer traditionell mit dem Konzert der Münchner Musikkritiker Band & dem Matthias Bublath Trio und, soviel bereits vorweg genommen, das diesjährige Motto „What the world needs now“ ging mit großartigem Jazz und guten Vibes perfekt auf. Ralph Quinke & Miles Davis: Three days in Malibu Als Ausstellungs-Highlight präsentierte der Fotograf Ralph Quinke dieses Jahr im Atrium des Hotels sensationelle Fotos zu seinem im Verlag Scheidegger & Spiess erschienenen Buch „Miles Davis – Three Days in Malibu“ . Eine persönliche Reportage, die er seinerzeit gemeinsam mit Marco Meier für die Schweizer Kulturzeitschrift „Du“ fotografiert hat. Zusammengefasst auf gut 100 Seiten Fotomaterial mit der damals erschienenen Reportage, ergänzt um ein Interview, das Arne Reimer mit Quinke und Meier zu ihrem Bericht geführt hat, ist dieses Buch ein wahrer Schatz nicht nur für Miles Davis Fans, das gleichzeitig seltene Einblicke …

Die Jazz-Radiowoche(Plus) vom 03.08.26 bis 09.08.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 03.08.26 bis zum 09.08.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Filmisch-surreale Atmo im Mikrokosmos – Bruno Heinens The W

„To the devil with exercises“, zum Teufel mit den Übungen, ist vielleicht nicht ganz der richtige pädagogische Ansatz, um jungen Menschen das Spielen eines Instrumentes näherzubringen. Das ist auch keineswegs Absicht oder Ziel des britisch-deutschen Pianisten Bruno Heinen. Er bezieht sich auf ein Zitat Béla Bartóks, welches endet: „they are the last thing I want to spend my time on“. Ideen aus Bartoks Werk Ohne Zweifel hat der im Saarland geborene Musiker, der als Einjähriger nach England kam, seine Übejahre längst hinter sich. Während dieser hat er sich auch mit der Musik des Ungarn auseinandergesetzt, dessen Sammlung pädagogischer Klavierstücke inspirierende Grundlage für die Kompositionen des Albums war. Heinen verwendet Zellen und Ideen aus Bartoks Werk, vorwiegend dem sechsten Band, sowie Liedtexte in Form von Zitaten und schafft damit eine neue Suite. Biografisch ist Heinen zudem von Komponisten wie Duke Ellington, Wayne Shorter und György Ligeti geprägt, die Ausdruck einer großen Bandbreite seines kompositorischen Schaffens sind. Die Grenzen zwischen Jazz und zeitgenössischer Musik sind fließend, die Musik ein eigener, eigenwilliger Kosmos mit Andockstellen für Jazztraditionalisten und Third-Stream- oder Avantgarde-Anhängern gleichermaßen. The W Neben dem neu gegründeten …

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