JazzZeitung - aktuell

Zurück in die Scheune – Das Inntöne Festival 2026

Aus dem „Jazz auf dem Bauernhof“, wie Gründer und Veranstalter Paul Zauner sein auf dem elterlichen Bauernhof in Diersbach nahe Schärding gelegenes „Inntöne Festival“ im Untertitel treffend beschreibt, wurde in den vergangenen Jahren ein echtes Jazz-Woodstock. Denn wegen und seit Corona verlegte er die drei Tage von Pfingsten in den Juli und von der Scheune auf die Wiese, samt großer Open-Air-Bühne. Das Risiko aber war zu groß. Hätte es im vergangenen Jahr einen Tag länger geregnet, wären die Böden für Bühnenaufbau, Camping und Parken nicht rechtzeitig getrocknet. Auch das Problem mit der Sommerhitze deutete sich stark an, heuer wären wohl einige umgekippt. Aber Zauner ging diesmal in den August und holte zumindest die Haupt-Acts zurück in die Scheune. Der Stimmung tat dies – fast erstaunlicherweise – keinen Abbruch. Ein Jazz-Volksfest kann man jetzt nennen, was sich zwischen der – erstmals eigens zu buchenden – Scheunen-Hauptbühne, dem überdachten Biergarten im Hof und den gleich drei Nebenbühnen abspielte, einer (kleineren) Open-Air-Bühne, dem bereits bewährten „St. Pigs Club“ (dem ehemaligen Schweinestall) und dem „Blues Club“ im Keller des Nebengebäudes, in dem oben wieder eine Ausstellung der originellen Objekt-Trouvaillen …

Jazz Now! 2026 – Konferenzprogramm von der Deutschen Jazzunion veröffentlicht 

+++ Am 1. und 2.10.2026 trifft sich die bundesweite Jazzszene in Hamburg zum 29. Jazzforum +++ Komplettes Programm online und Anmeldungen ab sofort möglich +++ Highlight der Konferenz: politisches Panel mit Vertreter*innen aus der Kulturpolitik Am 1. und 2. Oktober 2026 lädt die Deutsche Jazzunion zur 29. Ausgabe der Jazz Now! nach Hamburg ein – mit Panels, Workshops, einem Live-Podcast und jeder Menge Vernetzungsmöglichkeiten. Zwei Tage lang wird die Hansestadt zum Treffpunkt für Musikerinnen, Studierende, Veranstalterinnen, Kulturpolitik und Akteur*innen der Kreativwirtschaft. Die biennal stattfindende Fachkonferenz wird in diesem Jahr in Kooperation mit dem Jazzbüro Hamburg sowie der JazzHall Hamburg veranstaltet. Die Ausrichtung der Jazz Now! unterstreicht die Bedeutung des Standorts für Jazz und Improvisierte Musik und rückt die bundesweite Szene zwei Tage lang in den Fokus. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Hamburg freut sich, Gastgeber der Jazz Now! 2026 zu sein. Die Konferenz bringt die vielfältige Jazzszene zusammen, die hier immer wieder ihre Innovationskraft unter Beweis stellt. Jazz Now! schafft einen Raum für künstlerischen Austausch, kulturpolitische Debatten und neue Impulse. Gerade in einer sich wandelnden Kulturlandschaft ist es wichtig, gemeinsam über die …

+++ news +++ Dee Dee Bridgewater Lausitz Festival +++ Wülker & Jansen in Starnberg +++

+++ Lausitz Festival mit Dee Dee Bridgewater +++ Die US-amerikanische Jazz-Sängerin Dee Dee Bridgewater wird am Sonntag, den 13. September, das Finale des Lausitz Festivals 2026 (25.08. – 13.09.) bestreiten. In der Kulturweberei Finsterwalde stellt die international gefeierte Künstlerin in Begleitung von drei Instrumentalistinnen an Klavier, Bass und Schlagzeug ihr Programm WE EXIST! vor. Das Konzert beginnt um 18.30 Uhr. Dee Dee Bridgewater zählt zu den bedeutendsten Interpretinnen des Great American Songbook, doch ihre Strahlkraft reicht weit über dieses Repertoire hinaus: Intensiv und glanzvoll widmet sie sich immer wieder auch stark vom Soul und dem Blues geprägten Songs aus der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, etwa »Mississippi Goddam«, »Trying Times«, »The Danger Zone« oder »Why (Am I Treated So Bad)«. Sie beherrscht die hohe Kunst des Scat-Gesangs aus dem Effeff, wickelt ihr Publikum aber auch mit jedem anderen Ton ihrer großartigen Stimme um den Finger. We exist In ihrem Songprogramm WE EXIST!, dessen Titel gewiss nicht unabsichtlich an ein enorm einflussreiches Jazz-Album des Drummers Max Roach aus dem Jahr 1960 erinnert (»We Insist! Freedom Now Suite«), bündelt Dee Dee Bridgewater ihre große Lebenserfahrung und all ihre künstlerischen Kräfte. …

„Only Hits“ mit Lisa Wahlandt: Vertraute Pophymnen neu interpretiert 

Lisa Wahlandt stellt auf ihrem neuen Album „Only Hits“ aus Pop, Folk, Soul und brasilianischer Musik vor. Schon etwas arrogant, wenn Bob Dylan davon singt, dass „du einfach nur irgendwie meine wertvolle Zeit verschwendet hast (Mädel)“. Dennoch rät er der Freundin im Refrain „don`t think twice, it´s all right“, also „denk nicht soviel darüber nach, es ist alles in Ordnung“. Ein Hit wurde der selbstreflektive Song des großen Folk- und Rockpoeten allerdings nicht, auch wenn er bis heute häufig im Repertoire von Musikern aus Pop, Rock oder Jazz auftaucht. Auch die Münchner Sängerin Lisa Wahlandt hat sich entschieden, das über 60 Jahre alte Lied auf ihr neues Album „Only Hits“ zu nehmen. In einem bluesigen Stil mit lässigem Countrytouch begleitet von Paulo Morello auf der Gitarre und Sven Faller am Bass, gibt sie dem harten Abschiedspoem eine eigene, weniger scharfe Note. Dazu trägt gerade auch Morellos feinfühliges Spiel, das ein klein wenig an Bill Frisell erinnert, und sein untrüglicher Sinn für Dramaturgie bei. Nur wenig später als Dylans Abgesang erschien 1966 das berühmte Revolver-Album der Beatles. Aus diesem Klassiker hat Wahlandt die Liebesballade „Here, There …

Spannend von der Besetzung bis zum Ablauf: Das Outreach Festival 2026 in Schwaz

Die heimliche Musikhauptstadt Tirols ist das 15.000-Einwohner Städtchen Schwaz, 30 Kilometer vor Innsbruck gelegen. In der „Silberstadt“, die im Mittelalter einmal die zweitgrößte Stadt des Habsburgerreiches und die Einkommensgrundlage für die halb Europa finanzierenden Fugger war, gibt es seit 33 Jahren im September die „Klangspuren“, ein international beachtetes Festival für zeitgenössische Musik. Sogar noch ein Jahr älter ist das Anfang August startende „Outreach“ Musikfestival. Getreu des Wirkens seines Gründers und Leiters, des Trompeters Franz Hackl, ist hier Jazz der Ausgangspunkt, freilich interdisziplinär, genreübergreifend, ganzheitlich und experimentell gedacht. Nach wie vor hat das „Outreach“ den Status eines Geheimtipps, dabei hat der seit Jahrzehnten in New York lebende Trompeter Franz Hackl seiner Heimatstadt damit ein Juwel geschenkt, das eine Anreise auch von weit her lohnen würde. Was sich vor allem auf die drei Kerntage mit Konzerten auf der „Mainstage“ im großen, technisch perfekt ausgestatteten Silbersaal des SZentrums bezieht, die immer ins erste August-Wochenende führen, diesmal also vom 6. bis 8. August. Nicht nur beim von Hackl und seinem Co-Leader, dem Bassisten Clemens Rofner ausgewählten Line-up der neun Ensembles kann man sich auf kontrastreiche, spannende Abende mit herausragenden …

Die Jazz-Radiowoche(plus) vom 10.08.26 bis 16.08.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 10.08.26 bis zum 16.08.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Ystad Sweden Jazz Festival – Gesänge, Möwen, Vollmond und die Kaffeestunde

Im 17. Jahr gab es nun das Jazzfestival im südschwedischen Ort Ystad: Traumwetter mit angenehm kühlem Wind, musikalische Vielfalt – und bewegende Stunden mit jung gebliebenen Altstars. Ideale Bedingungen für ergiebige Sommertage mit Jazz. Scharfgeschnittene Gesichtszüge, Brille, elegant grau-gescheiteltes Haar, beigefarbener Anzug: Der brasilianische Songschreiber und Sänger Ivan Lins, seit über 50 Jahren ein großer Name, stand mitten auf der Bühne hinter einem Keyboard und legte die Hand aufs Herz. „Ich bin verliebt in diesen Ort, mein Gott!“ Er hob hervor, wie beeindruckt er sei: „Keine kommerzielle Firma, keine politische Verwaltung, einfach nur Menschen“ würden das zuwege bringen, was er hier erlebe. „Erstaunlich!“ – Das klang, hervorgebracht in ruhigen, bedachten Sätzen, nicht nach Schmeichelei, sondern nach authentischer Begeisterung. Entsprechend lang kostete der Sänger sein Konzert auch aus: Fast zwei Stunden stand er vor dem Publikum im ausverkauften Theater der südschwedischen Küstenstadt, erzählte in intimer Langsamkeit von seinem Leben und seinen Songs, interpretierte mit immer noch tragfähiger, wenn auch in wenigen Momenten inzwischen brüchiger Stimme zur feinfühligen Begleitung einer hochversierten Band Liebeslieder aus unterschiedlichen Phasen sowie Klassiker wie seinen 70er-Hit „Madalena“ – und wurde am Ende …

Heißer Jazz & More Sommer im Bayerischen Hof

Nach organisatorischen Hürden und dem traurigen Verlust von Headliner Abdullah Ibrahim stand der Jazz Sommer im Bayerischen Hof vor immensen Herausforderungen. Doch jahrzehntelange Professionalität des Festivals und Entschlossenheit behielt die Oberhand: Mit dem kubanischen Pianisten Alfredo Rodriguez wurde kurzfristig ein hochkarätiger Opener verpflichtet. Vergangene Woche startete der Jazz Sommer traditionell mit dem Konzert der Münchner Musikkritiker Band & dem Matthias Bublath Trio und, soviel bereits vorweg genommen, das diesjährige Motto „What the world needs now“ ging mit großartigem Jazz und guten Vibes perfekt auf. Ralph Quinke & Miles Davis: Three days in Malibu Als Ausstellungs-Highlight präsentierte der Fotograf Ralph Quinke dieses Jahr im Atrium des Hotels sensationelle Fotos zu seinem im Verlag Scheidegger & Spiess erschienenen Buch „Miles Davis – Three Days in Malibu“ . Eine persönliche Reportage, die er seinerzeit gemeinsam mit Marco Meier für die Schweizer Kulturzeitschrift „Du“ fotografiert hat. Zusammengefasst auf gut 100 Seiten Fotomaterial mit der damals erschienenen Reportage, ergänzt um ein Interview, das Arne Reimer mit Quinke und Meier zu ihrem Bericht geführt hat, ist dieses Buch ein wahrer Schatz nicht nur für Miles Davis Fans, das gleichzeitig seltene Einblicke …

Die Jazz-Radiowoche(Plus) vom 03.08.26 bis 09.08.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 03.08.26 bis zum 09.08.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Filmisch-surreale Atmo im Mikrokosmos – Bruno Heinens The W

„To the devil with exercises“, zum Teufel mit den Übungen, ist vielleicht nicht ganz der richtige pädagogische Ansatz, um jungen Menschen das Spielen eines Instrumentes näherzubringen. Das ist auch keineswegs Absicht oder Ziel des britisch-deutschen Pianisten Bruno Heinen. Er bezieht sich auf ein Zitat Béla Bartóks, welches endet: „they are the last thing I want to spend my time on“. Ideen aus Bartoks Werk Ohne Zweifel hat der im Saarland geborene Musiker, der als Einjähriger nach England kam, seine Übejahre längst hinter sich. Während dieser hat er sich auch mit der Musik des Ungarn auseinandergesetzt, dessen Sammlung pädagogischer Klavierstücke inspirierende Grundlage für die Kompositionen des Albums war. Heinen verwendet Zellen und Ideen aus Bartoks Werk, vorwiegend dem sechsten Band, sowie Liedtexte in Form von Zitaten und schafft damit eine neue Suite. Biografisch ist Heinen zudem von Komponisten wie Duke Ellington, Wayne Shorter und György Ligeti geprägt, die Ausdruck einer großen Bandbreite seines kompositorischen Schaffens sind. Die Grenzen zwischen Jazz und zeitgenössischer Musik sind fließend, die Musik ein eigener, eigenwilliger Kosmos mit Andockstellen für Jazztraditionalisten und Third-Stream- oder Avantgarde-Anhängern gleichermaßen. The W Neben dem neu gegründeten …

Die Jazz-Radiowoche(Plus) vom 27.07.26 bis 02.08.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 27.07.26 bis zum 02.08.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Im Flügelschlag des Grooves: Gretchen Parlato in der Unterfahrt

(Von Claus Lochbihler) Zwischen Jazz, brasilianischen Rhythmen und R&B entfaltet Gretchen Parlato eine Vokalkunst von außergewöhnlicher Feinheit. Die schönsten Momente entstehen dort, wo ihre Stimme selbst zum Instrument wird. Einmal schließt Gretchen Parlato in der „Unterfahrt“ die Augen und reckt die Nase leicht nach oben. Wie eine Jagdhündin, die Witterung aufnimmt, saugt sie den Groove ihres Trios ein: hörend, spürend, vielleicht sogar riechend. Dann öffnet sie abrupt die Augen, tritt ans Mikrofon und klinkt sich mit ihrer hellen, zarten Stimme in die Musik ein. Stimme als Instrument Parlato ist eine Sängerin, bei der Gesang, Stimme als Instrument und Vokalperkussion nahtlos ineinander übergehen. Sie verbindet das rhythmisch federnde Flüstersingen eines João Gilberto mit westafrikanischen Vokalisen und der Virtuosität eines Bobby McFerrin zu einer ganz eigenen Kunst. Klanglich ist ihre Stimme hell und fein, mitunter von beinahe blendender Intensität – wie ein Sopransaxofon. Kein Wunder, dass auch in der „Unterfahrt“ ihre Version von Herbie Hancocks „Butterfly“ zum Höhepunkt wird: Jazz-Funk als flirrende Groove-Meditation, berückend schön und dicht, getragen vom Flügelschlag ihrer Stimme. Die stärksten Momente dieses Abends entstehen oft dann, wenn Parlato weniger einen Song als vielmehr …

Das Internationale Feringa Jazzfestival im Rückblick

Jede Menge los in München und Umgebung. Helene Fischer in der Allianz Arena, Sommerfestival im Olympiapark und das Endspiel der Fussball-Weltmeisterschaft … bei dem Programm des Internationalen Feringa Jazzfestival in Unterföhring gab es an diesem Wochenende für die Jazzfans keine Entscheidungsnöte. Der Jazz wurde gefeiert! Das Herrliche ist im Bürgerhaus Unterföhring vor allem das einladende Ambiente und die relaxte Atmosphäre. Als Festivalopener gab sich dieses Jahr Kenny Garrett mit seinem Quintett die Ehre und veranstaltete ein Jazzfeuerwerk vom Feinsten. Seine Beats sind live, gespickt mit herrlich inspirierten Soli, im Gegensatz zu seinem aktuellen Albums „Sounds From The Ancestors“, durchaus eingängig und danceable, was sich gegen Ende seines Auftritts widerspiegelte. Der ausverkaufte Saal tanzte, gute Vibes überall. Die Band mit Percussion Legende Rudy Bird, Keith Brown, Jeremiah Edwards und Michael Ode, bestens eingespielt, waren so gut gelaunt, dass sie nach der Zugabe, nachdem nur noch eine Handvoll Zuschauer im Saal waren, kurzfristig noch eine Jam-Session auf der Bühne einlegten. That’s Jazz! Aufregendes Quintett Am zweiten Abend dann die grandiose Vibraphonistin Sasha Berliner mit einem aufregenden Quintett: Pablo Held am Flügel, dem Saxophonisten Seamus Blake, Simon Jermyn …

Der Berg spielt mit: das 44. Südtirol Jazzfestival Alto Adige zwischen Berggipfel und Clubkeller

(Text und Fotos: Stefan Pieper) Hoch oben auf dem Vigiljoch, in einem Mittagskonzert vor mächtiger Bergkulisse, geschah etwas, das den Ton dieser 44. Ausgabe am reinsten traf. Das norwegische Duo Sissel Vera Pettersen und Eirik Hegdal umarmt die Landschaft mit seiner Musik. Aus den langen, offen assoziativen Stücken öffnen sich weite Räume, die flächig und ambienthaft wirken und dann konkreter werden, getragen vom lyrisch atmenden Saxofon, Hegdals Klarinette und einer Stimme, die Pettersen ganz instrumental einsetzt. Exotisch anmutende Figuren wirken wie aus einer nordischen Folklore, die elementaren Zuständen nahe ist. Dazu pulsieren sanft tiefe Bassfrequenzen aus der Elektronik, wie die Stöße eines heißen Sommerwinds, der sich mit dem freien Spiel des Duos synchronisiert. Konzerte auf Bergeshöhe sind stets das gewisse Etwas dieses Festivals, und mit ihrem grenzenlosen atmosphärischen Gespür haben die beiden die Messlatte höher gelegt. Wenn das Wetter Regie führt Manchmal zogen nachmittags Gewitter auf und erzwangen Verlegungen nach drinnen; das war längst eingespielte Routine. Das Schweizer Trio um die Lausanner Kontrabassistin Louise Knobil wich kurzerhand in die Wohnzimmeratmosphäre des Hotels Bad Ratzes aus, am Fuße des Schlern-Massivs. Knobil, die sich als Marke inszeniert …

Entwurf des Bundeshaushalts 2027 bereitet FREO, Deutscher Jazzunion und PRO MUSIK schwere Sorgen

Mit dem Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2027 legt die Bundesregierung ihre kulturpolitischen Prioritäten für die kommenden Jahre vor. Der Entwurf enthält erhebliche Herausforderungen für die professionelle Musikszene. Insgesamt soll der Etat des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien um rund zehn Prozent sinken. Damit setzt der Regierungsentwurf ein problematisches Signal für die langfristige Sicherung einer vielfältigen musikalischen Infrastruktur.

Die Jazz-Radiowoche vom 20.07.26 bis 26.07.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 20.07.26 bis zum 26.07.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Fabian Dudek: Recent

(Von Robert Fischer) Da sage noch einer, im Jazz gebe es nichts Neues. Das, was der in Köln lebende Saxophonist und Komponist Fabian Dudek gerade auf seinem neuen Album „Recent“ vorgelegt hat, mag zwar in der Entstehung „schon“ drei Jahre alt sein; im Höreindruck aber entzieht es sich souverän jeglicher Sortierung in irgendwelche – „alten“ – Kategorien. Wobei es sicher kein Zufall ist, dass er dabei mit dem Pianisten Felix Hauptmann und dem Schlagzeuger Leif Berger zwei Musiker an seiner Seite hat, die ihrerseits auf einer sehr beeindruckenden Suche nach dem unbedingt Eigenen – also letztlich: Neuen – sind, ohne Scheuklappen in welche Stilrichtung auch immer, solange das Ergebnis nur dazu geeignet ist, sich selbst musikalisch herauszufordern. Vierte im Bunde ist die in Südtirol geborene, in London lebende E-Bassistin Ruth Goller, die mit ihrem Instrument ordentlich Druck zu machen versteht. Was gut zum Gesamtkonzept der eine unbedingte Dringlichkeit offenbarenden Musik auf diesem Album passt. Unmittelbar aus dem Moment heraus Eingespielt wurde „Recent“ beim ersten gemeinsamen Auftritt dieser Band im Sommer 2023 im Kölner Stadtgarten-Club JAKI. Vorausgegangen waren zwei Probentage, ehe schließlich auf der Bühne das …

Die „Radio-Festival“-Radiowoche vom 13.07.26 bis 19.07.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 13.07.26 bis zum 19.07.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Bayerisches Jazzweekend 2026 – vielfältiger, jünger und interessanter denn je

Freitag und Samstag: Sounds zwischen Afrika und Ohrenputzern Vielfältiger, reicher, jünger und damit interessanter denn je. Auf diese einfache Formel lässt sich das diesjährige 45. Jazzweekend bringen. Auch wenn in den letzten Jahren seit dem geglückten Relaunch des einstigen Amateurfestivals vieles nach Jahren der Stagnation besser geworden ist, scheint es heuer noch einmal mehr Schwung bekommen zu haben. Zu spüren war das vor allem am Abend der offiziellen Eröffnung, als Scharen jüngerer und junger Menschen die Plätze, Höre und Gassen und später die noch wenigen offenen Spielstätten regelrecht bevölkerten. Beim Degginger bildete sich gar eine lange Schlange Wartender, um möglichst doch noch etwas von der coolen Show des Rapduos Leila Carter und Maniac mitzubekommen. Die virtuose junge Freestyle-Sängerin und der fast schon altgediente HipHop-Enthusiast traten zusammen mit einem der heißesten Live-Acts der deutschen Hip-Hop-Szene auf. Tribez, das fünfköpfige Ensemble mit dem vibrierenden Gitarristen Ben Treimer im Zentrum fädelte sich mit phänomenaler Energie von der 1960er Jahre Instrumentalnummer „Apache“ bis zu scratchy Sound von heute ohne dabei in eine Nostalgiepfütze zu treten. Die durchwateten dagegen am nächsten Abend voller Genuss Uwe Nitzl and his Sixpack an …

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