ZeitMusikSchriften
(Hellerauer Beiträge zur zeitgenössischen Musik)
Band 1
Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die zeitgenössische Musik mit zahlreichen Vorurteilen belastet. Es wird ihr häufig vorgeworfen, dass sie zu komplex sei, das Bedürfnis der meisten Menschen nach Unterhaltung und Entspannung nicht befriedige, ohne spezielle musikalische Kenntnisse kaum verstanden werden könne und aufgrund der oft radikalen Abkehr von kulturell entwickelten Gewohnheiten schwer zu rezipieren sei.
Demgegenüber erfreuen sich jedoch Festivals zeitgenössischer Musik zunehmender Beliebtheit. Vor allem für hochkulturell orientierte Personen ist zeitgenössische Musik ein Erlebnis im Sinne von Gerhard Schulze, dient der Abgrenzung gegenüber anderen und ist Ausdruck einer milieuspezifischen Lebensphilosophie.
Die Autorin diskutiert einerseits jene Faktoren, die den Nachvollzug zeitgenössischer Musik erschweren, andererseits jene Voraussetzungen, die Grundlage für deren Rezeption sind: der Besitz von kulturellem Kapital in Form von Bildung sowie musikalische Vorbildung. Am Beispiel des Publikums der 13. Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik 1999 wird gezeigt, dass die Rezeption zeitgenössischer Musik durch die Zugehörigkeit zu bestimmten Milieus erklärt werden kann.
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