JazzZeitung - aktuell

„Viel Spaß Viel Spaß“: Web Web in der Unterfahrt

(Von Claus Lochbihler) Mit augenzwinkernden Ansagen, einem neuen Album und einer neuen Bassistin präsentieren „Web Web“ in der ausverkauften Unterfahrt ihre ganz eigene Mischung aus Spiritual Jazz, „Passport“-Covern und Ethno-Anklängen. Roberto Di Gioia und seine Mitstreiter entwickeln dabei einen Sog, der Musiker und Publikum gleichermaßen erfasst – bis am Ende sogar ein Jazzprofessor aus Georgia für die Zugabe auf die Bühne kommt. „Web Web: Kover Kover, Ihr versteht?“, fragt Roberto Di Gioia augenzwinkernd, als er dem Unterfahrt-Publikum die Band und das neue Album vorstellt. Und dabei verdoppelt er ihre Vornamen dadaistisch: Tony-Tony Lakatos am Tenorsaxophon und der Querflöte, Peter-Peter Gall am Schlagzeug; und – als Neuzugang für Christian von Kaphengst – Franzi-Franzi Aller am E- und am Kontrabass. Blindes Vertrauen Zu jedem Bandmitglied erzählt Roberto-Roberto kurz, was ihn mit den Bandmitgliedern verbindet: Bei Lakatos, der in seine Soli Repeat-Licks so virtuos einbaut, als ob er den Bandnamen auch musikalisch begründen möchte, sind es 40 Jahre gemeinsames Musizieren. Bei Gall habe er, Roberto Di Gioia, beim ersten gemeinsamen Konzert schon nach vier Takten gewusst: „Mit dem willst du in einer Band spielen.“ Und bei Franzi Aller – …

Abdullah Ibrahim: Melodien-Magier und Freiheitskämpfer – ein Nachruf

(Von Oliver Hochkeppel) Wer einmal in einem Konzert von Abdullah Ibrahim war, weiß um die besondere Stimmung, die dort immer herrschte. Eine ganz eigene Art der Ergriffenheit, ein spirituelles Beben durchzog die Säle. Was da passierte, hat Ibrahim einmal selbst sehr schön beschrieben, aus der Musikersicht: „Das Universum fließt dann durch einen. Tiere spüren lange vorher, dass ein Erdbeben kommt. Wir haben diese Gabe längst verloren, aber die Musik gibt sie uns hin und wieder zurück.“ Ibrahim gehörte nie zu den großen Virtuosen unter den Jazzpianisten. Er schuf seine Magie mit anderen, ganz einfachen Mitteln. Ein typisches Beispiel dafür ist das Stück „Maraba Blue“. Ganz leise, langsam, aus dem Nichts kommend spielt das Klavier ein paar Töne, die einen Rhythmus vorgeben. Ebenso sacht legt sich dann eine einfache Melodie darüber – auch nur mit ein paar Akkorden, die dann umspielt werden. Wie bei den meisten seiner Stücke mischt sich eine leise Melancholie mit einer warmen, optimistischen Grundstimmung. Das ist es, was seine Musik so berührend machte. Zwischen Perkussion, Kapstadt und Schweiz Vereinten haben sich darin die kulturellen Erfahrungen wie die musikalischen Welten, in denen Ibrahim …

Zehn Jahre Shake Stew

Shake Stew reißt beim Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen im Hof des Regensburger Thon Dittmer Palais  das Publikum zu Begeisterungstürmen hin. Gegen Ende des eher kurzen, musikalisch überaus üppigen Auftritts von Shake Stew ist es bei leichtem Niesel doch spürbar klamm geworden. Dabei hat sich „Österreichs  Jazzband der Stunde“, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ das Septett um Bandleader Lukas Kranzelbinder schon früh hervorhob, mächtig ins Zeug gelegt, um dem Publikum ordentlich einzuheizen. Das gelang ihr auch vom Fleck weg mit einem Medley älterer Stücke. Damit zeichnete die Band schon einen riesigen Bogen, den sie von der Noise Music der späten 90er Jahre übers südliche und nördliche Afrika bis in die aktuelle Londoner Subkultur durchwanderte. Wobei der brachiale Lärm des Noise nur ein entferntes Echo im Übergang von einem zum nächsten Stück blieb. Im flächigen Sound zweier Bassgitarren türmten sich wabernde Klangwände im eher geruhsamen Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais` auf, die alles mit sich rissen, was auf entspannter und lässiger Feelgood-Atmosphäre eingestellt war. In Stimmung gebracht worden waren die Zuhörenden schon zuvor vom Jazzorchester des Von-Müller-Gymnasiums. Unter der anfeuernden Leitung von Sebastian Glas und Jazzclub-Beirat Michael Straube, der seit diesem …

Die „Aufmessers Schneide“-Radiowoche vom 15.06.26 bis 21.06.26

Jazz im Radio – Jeden Sonntag gibt es um 12 Uhr unsere Übersicht für die jeweils nachfolgende Woche. Die #Jazz-Radiowoche vom 15.06.26 bis zum 21.06.26. Auch als PDF zum Download – #Jazz #JazzZeitung #Radio #Radiowoche – Ein Service unserer Online-Redaktion.

Der Bayerische Festivalsommer in München, Augsburg und Unterföhring

Summernights = Festivalzeit! Egal ob Open Air, neu erschlossenen Locations, im Club, Festsaal oder Bürgerhaus, ab Juni starten in München und Umgebung wieder Jazzfestivals mit sensationellen Acts, guter Laune und beachtenswertem Engagement für die Mission Jazz. Das 1. Muniq Jazz Festival vom 19. Juni bis 20. Juni Dieses Jahr startet die Saison im Münchner Kreativquartier bereits im Juni, erstmals mit dem MUNIQ JAZZ FESTIVAL für Jazz und improvisierte Musik. Veranstaltet und kuratiert vom niq kollektiv – einem Zusammenschluss junger Musiker:innen der Münchner Szene – versteht sich das Festival als Plattform für Begegnung, Austausch und künstlerische Experimentierfreude. Im Zentrum stehen zwei Carte-Blanche-Formate: Die Leipziger Schlagzeugerin Eva Klesse und der Münchner Posaunist Moritz Renner entwickeln jeweils neue Ensembles mit Musiker:innen. Eva Klesse wird mit einer Besetzung aus der Münchner Szene arbeiten, Moritz Renner stellt sich hingegen eine nicht aus München stammende Band zusammen. So entstehen neue Konstellationen zwischen lokaler und überregionaler Szene mit zuvor nie da gewesener Musik. Neben den Carte Blanches spannt das Festivalprogramm einen Bogen von international gefeierten Acts wie der Band Fazer über Sweetlife und das Quartett der aufstrebenden österreichischen Saxophonistin Yvonne Moriel. Die …

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